![]() | Schwangerschaft und Geburt | ||||||
Tag: 15.02.1999 Uhrzeit: 16.30 Uhr Tatort: Praxis Frau Dr. Lührs Diagnose: schwanger!! Das war aber eigentlich keine Überraschung, der Schwangerschaftstest sechs Tage zuvor zu Hause war absolut eindeutig!! Die Schwangerschaft war dann auch bis auf die anfängliche extreme Übelkeit normal. Allerdings quälte mich diese komischerweise nur abends, an einschlafen war nicht zu denken. Wenigstens ging es mir dann morgens auf der Arbeit gut, von der extremen Müdigkeit einmal abgesehen! Am 15.03.1999 dann der nächste Termin bei Frau Dr. Lührs. Ein erstauntes: "Sagen sie, gibt es....", "Was?? ... Zwillinge in unserer Familie?? BIS JETZT NICHT!!!!" Ich habe sofort erraten was sie sagen will, obwohl ich nicht im entferntesten mit doppeltem Kindersegen gerechnet hätte!! Na, das war ein Schock! Die Fahrt nach Hause brachte ich irgendwie hinter mich. Zwillinge!!!! Dirk war auch absolut erstaunt als ich ihm diese Nachricht überbrachte! Es hat auch einige Zeit gedauert, bis wir das verarbeiten konnten. Die Schwangerschaft selber war ansonsten aber absolut problemlos. | |||||||
Meine Frauenärztin hielt es dann aber doch für besser, mich ab der 30 SSW krank zu schreiben. So ließ mich auch die permanente Hitze in diesem Sommer doch recht kurzatmig werden. Da wollte ich die Zeit zu Hause doch noch ein wenig genießen, bevor mein Bauch so unförmig wird, das ich gar nichts mehr erledigen kann. An einem Montag Abend war unser erster Abend beim gemeinsamen Geburtsvorbereitungskurs. Die Leiterin und auch die ganze Truppe waren ziemlich nett, und ich freute mich schon auf das nächste Mal. Aber leider kam es dann ganz anders. Bereits am Donnerstag drauf, ich war gerade erst die zweite Woche krank geschrieben, wachte ich morgens gegen 11.00 Uhr mit Blutungen auf. Die telefonischer Rückfrage in meiner Arztpraxis bestätigte, das ich mich wohl doch sicherheitshalber von meine Ärztin untersuchen lassen solle, sie wäre ab etwa halb zwei in der Praxis. Ich bin eigentlich ganz ruhig geblieben und habe mich nicht verrückt gemacht. Ich hatte auch kein schlechtes Gefühl. Einzig das starke Bauchgrimmen ließ mich unwohl fühlen! Nein, doch wohl nicht auch noch eine Magen-Darminfektion??? | ![]() | ||||||
![]() | Nach der Untersuchung sollte ich dann gaaaanz vorsichtig vom Behandlungsstuhl aufstehen und vorsichtig zu der Untersuchungsliege gehen. Tja, der Muttermund war bereits mehrere cm geöffnet, wie ich später erfahren habe, hat meine Ärztin schon lustig zwei Füßchen (von Joline) in der Fruchtblase strampeln sehen!!! Mein Bauchgrimmen sind wohl Wehen gewesen, na, beim nächsten Mal weiß ich bescheid! Ich hatte gerade noch Zeit, Dirk über das Handy anzurufen, dann war der Notarztwagen auch schon da. Und ab ging es in die Klinik, Schlaglöcher, Kopfsteinpflaster und Straßenbahnschienen meidend, da es wirklich jederzeit hätte losgehen können. Aber Glück gehabt, wir kamen wohlbehalten in der Klinik an, und nachdem mich wirklich jeder diensthabende Arzt einmal untersuchen durfte waren sich alle einig: Sofort in den OP, da kann nichts mehr aufgehalten werden! *schluck* Der führende Zwilling (also Joline) lag in Fußlage, Viviane in Schädellage. Also keine guten Vorzeichen für eine spontane Entbindung. Eine PDA hätte keine Zeit mehr zu wirken, also ein Kaiserschnitt mit Vollnarkose. | ||||||
18.08.1999, ein Tag vor der Entbindung Bauchumfang: 111 cm | |||||||
Als ich aufwachte wurden mir zwei unscharfe Fotos unter die Nase gehalten: DAS SOLLEN MEINE KINDER SEIN??? Ansonsten ging an mir alles irgendwie vorbei, ich hatte genug mit den Narkosefolgen zu tun und wenn ich nicht gerade schrie, schlug ich wild um mich oder war am heulen. Dirk war recht ratlos. Als ich schließlich auf mein Zimmer gebracht wurde, der nächste Schock: In dem Dreibettzimmer zwei glückliche Muttis, mit ihren frischgebackenen Säuglingen im Arm!! Als Dirk gegen neun Uhr nach Hause fuhr, fing ich an zu heulen, womit ich die ganze Nacht nicht aufhören konnte. Zwischenzeitlich hörte ich mal meine Bettnachbarinnen tuscheln, und aus dem Zimmer gehen, ich glaube an Schlaf war auch bei den Beiden nicht zu denken. Den nächsten Tag habe ich mich dann hinter dem Vorhang verkrochen der mein Bett abgeschirmt hat, den Anblick der stillenden Mütter und deren fröhlichen Besuchern konnte ich nicht ertragen. | |||||||
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