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Und wie ging es dann weiter???

Tag: 01.10.1999
Uhrzeit: 11.00 Uhr
Tatort: zu Hause
Ereignis: Willkommen Joline und Viviane!!!!


Tja, der 01.10.1999 war schon ein bedeutender Tag! Ein eigenartiges Gefühl, denn jetzt fing das Elternsein, die Verantwortung erst richtig an. Zum Glück waren sie zumindest in den ersten Wochen wirklich ruhige Kinder. Der eingetrichterte 4-Stundenrythmus aus der Kinderklinik saß so fest drin, das im Voraus fast genau wussten wann sie denn das nächste Mal wach werden würden Die Nachtfütterung übernahm ich alleine, es sei denn es wurden beide gleichzeitig wach, dann half Dirk mit. Sie schliefen aber bereits ab mitte Dezember durch, von etwa 23.00 Uhr bis 6.00 Uhr morgens. Nach dem Morgenfläschchen schliefen sie dann noch mal bis etwa 10.00 Uhr weiter.

Zwar habe ich sie noch einige Male zu Hause versucht anzulegen, doch meine Nervosität und Unsicherheit übertrug sich auf die Kinder, so das das wenig Erfolg brachte. Diese ständige Gewichtskontrolle die man sich in der Klinik unwillkürlich angewöhnt hatte machte mich unruhig. Nach jedem Stillen wiegen wollte ich nicht, war mir aber auch nicht sicher, ob die getrunkene Menge ausreichend war. So pumpte ich schließlich weiterhin ab und fütterte mit Beba HA zu. Meine Milchmenge verringerte sich immer weiter, da ich auch nur noch tagsüber mehr oder weniger regelmäßig abpumpte. Das nächtliche Füttern reichte mir, da war ich zu müde um noch mehrmals eine halbe Stunde an der Milchpumpe zu sitzen. Nach und nach wurden auch die eingefrorenen Milchreste aufgebraucht, so haben Joline und Viviane insgesamt etwa 3 ½ Monate Muttermilch und zusätzlich Schüttelmilch bekommen.

Weitere Maßnahmen wie Frühförderung oder Krankengymnastik waren nicht nötig, der Meinung war sowohl die Kinderklinik als auch der Kinderarzt, dem wir die Beiden mitte Oktober vorstellten. Ende Oktober 1999 stand ein Termin bei dem Augenarzt der Kinderklinik an. Hier wurden Joline und Viviane bereits während ihrer Zeit in der Klinik untersucht, jetzt sollte eine Nachuntersuchung folgen. Das Ergebnis war -eigentlich wie erwartet - ohne Befund. Sprich, die Netzhaut hat durch die Beatmung nicht gelitten.

Am 01. Februar 2000 hatten wir dann unseren ersten Termin beim SPZ (Sozialpädiatrisches Zentrum) der Kinderklinik. Hier nahm sich der zuständige Arzt viel Zeit und überprüftedie Entwicklung von Joline und Viviane gründlich. Unter anderem wurde auch ein letztes mal durch die noch offene Fontanelle geröntgt. Der Arzt bescheinigte uns nach Abschluss der Untersuchung eine Entwicklungsverzögerung bei beiden Kindern von etwa drei Monaten. Also nichts Neues.  Ein knappes halbes Jahr später, am 21. Juni 2000 war dann der nächste Besuch im SPZ.

Der letzte Termin im SPZ war dann ein Jahr später, im Juli 2001 im.  Hier zeigte sich der Arzt positiv überrascht. Zwar sind Größe und Gewicht recht gering aber durchaus noch im Rahmen. Ansonsten haben beide alles aufgeholt, und sind somit von künftigen SPZ-Besuchen entlassen. Ich sprach den Arzt auch noch auf Jolines heftiges Kopfschlagen und ihre extreme Bockerei an. Er war der Meinung, das es  keine Auffälligkeit ist, ich soll es aber auf jeden Fall weiter beobachten. Wenn ich Fragen hätte, könnte ich jederzeit auch einen Einzeltermin mit Joline machen. Das und auch Jolines extreme Anhänglichkeit blieben zwar noch länger bestehen, aber es wurde nach und nach besser.

Am  14. September 2001 stand dann unser erster Urlaub mit den Kindern an. Und zwar ging es per Auto nach Frankreich. Hatte ich regelrecht Horror vor der weiter Fahrt - immerhin 1300 Kilometer - klappte doch alles erstaunlich gut. Wir sind nachts gefahren und die Kinder haben fast komplett durchgeschlafen.  Mit Bene und Gabi zusammen hatten wir ein Ferienhaus in Capreton, am Atlantik. Das Wetter war für dei späte Jahreszeit noch richtig gut, nur ab und zu hatten wir mal Regen. In großen und ganzen war auch der Urlaub sehr schön, aber  bei zweijährigen Kindern kann man nicht eben vom problemlosesten Alter sprechen ...!  ;-)  Ich selber war in der Zeit total gestresst und mit den Nerven ziemlich runter. Dann bekam Joline in der zweiten Woche plötzlich Fieber, wollte nicht mehr essen und war total anhänglich. Wir entdeckten Bläschen im Mund, auf der Zunge, am Gaumen. Erst als wir zu Hause waren erfuhren wir das es sich um einen Herpesvirus,  - auch Mundfäule genannt - handelt.  Und da es ansteckend ist, bekam Viviane kaum das wir wieder in Deutschland waren das Gleiche.  Mit der Tunktur die der Kinderarzt verschrieb wollten sie sich natürlich nicht behandeln lassen, schmeckt ja ekelig. Also mußten sie da so durch, war eine ziemlich anstrengede Zeit mit zwei fiebrigen, vor Schmerzen und Hunger jammernden Kindern.

Zum August 2002 bekam ich dann zwei Plätze in einem "Vorkindergarten". Diese private Gruppe wurde gerade erst ins Leben gerufen und sollte zwei Mal die Woche vormittags im Gemeindehaus stattfinden. Auch Daniel,  der Cousin von Joline und Viviane ergatterte einen Platz in dieser Gruppe, das war unser Glück. Da Eva, die Erzieherin die 12 Kinder immer im Wechsel mit je einer Mutter beaufsichtigte, ergab es sich das meine Schwester, also die Tante Isi in den ersten zwei Wochen den Mütterdienst übernahm. So war es für meine Mäuse die Trennung von der Mama nicht ganz so schlimm da die erste vier Mal ja eine Person dabei war die sie sehr gut kannten. Sie lebsten sich relativ gut ein, spielten aber meist mit ihrer Schwester. Und die Mama blühte auf...! Was habe ich diese zwei freien Vormittage die Woche genossen!!! Endlich mal etwas ALLEINE machen, ohne Kinder! Und ohne vorher Rechenschaft ablegen zu müssen, was ich denn wichtiges vorhabe, um mal eine andere Betreuung für die Kids zu bekommen. Irgendwann wurde auch der Mittwoch Nachmittag als weiterer Betreuungstag hinzugenommen, das kostete dann zwar noch mehr Geld, aber das war ich gerne bereit zu zahlen. Nachdem Joline und Viviane sich richtig gut eingelebt hatten, fing eine richtig schöne Zeit an! Die beiden waren ausgeglichen und fingen ENDLICH an auch mal ohne ihre Mama zu spielen! Plötzlich wurde das Kinderzimmer endeckt, se beschäftigten sich doch plötzlich glatt mit ihren Spielsachen!! Interessant war es dann immer sie heimlich zu belauschen, denn jetzt kommunizierten sie richtig, fingen an sich Vorschläge zu machen oder Kompromisse einzugehen! Kurz - sie fingen richtig an zu spielen!!!  

Mitte Februar 2003 bekam ich dann plötzlich einen Anruf vom Martin-Luther-Kindergarten: ab 01.03. wären zwei Plätze frei, ob wir Interesse hätten?? JAAA, hatten wir!!! So hatte ich also zwei Wochen Zeit ihnen die ganze Sachen schmackhaft zu machen. Joline sollte in die Hasengruppe, Viviane in die Tigergruppe kommen. Wir haben uns bewußt für eine Trennung im Kindergarten entschieden, da Joline doch ziemlich an Viviane hing und sie kopiert und nachmacht hat wo es nur ging. Aber man darf auch nicht vergessen, das der Kindergartenstart in dem Fall für die Zwillinge ja nicht nur die Trennung von der Mutter, sondern eben auch von der Schwester bedeutet. Sie sehen sich zwar wenn draußen gespielt wird, wo sie dann auch sofort wieder zusammenhingen, was auch OK ist. Aber das der Abschlußkreis dann anschließend wieder getrennt in den jeweiligen Gruppen stattfindet  wollten sie anfangs nicht begreifen, weshalb sie dann beide weinten und nach ihrer Schwester und auch noch nach der Mama riefen. Wenn ich die Beiden dann abholen musste konnte ich mich leider nicht zerreißen; Viviane habe ich oft weinen hören, während ich bei Jolines Gruppe stand. Und so war es auch morgens beim hinbringen; nach einer möglichst kurzen und schmerzlosen Verabschiedung hörte ich dann auf dem Weg zur nächsten Gruppe mein Töchterlein weinen - kein schönes Gefühl, aber das gleichen haben woll schon so einige Müttergenerationen erlebt, und können das wohl gut nachvollziehen!
Wie alles begann